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Flöten für Pfeifen

23. März 2019 · 19.30 Uhr · Alte Pfarrkirche Pankow ·

Werke von André Danican Philidor, Costanzo Festa, Hans Leo Hassler, William Byrd, Giles Farnaby, Pierre Prowo
Ensemble: Hannah Grothe, Samira Melle, Zoe Nastasi, Paula Rambau, Helena Lado Riediger, Clara Timphus Leitung: Anja Hufnagel, Henriette Jüttner

Flöten für Pfeifen – ein bemerkenswertes Konzert
Am 23. März spielte das Blockflötenensemble „La Chasca“ der Musikschule Bela Bartok Pankow Werke alter Meister aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Dabei mussten sich die Besucher erst an die kastenförmigen, bis zu 2,14 m langen Instrumente gewöhnen, die so gar nichts mit dem gewohnten Bild von Blockflöten gemein hatten, aus denen aber herrliche Musik erklang. Die Leiterinnen der Blockflötengruppe Anja Hufnagel und Henriette Jüttner-Uhlich erklärten die besondere Form der modernen Kastenblockflöten: Ein innerer Mechanismus der Klappen erlaubt, dass die Flöten leichter und kürzer sind, und auch tiefe Töne für die Klangvielfalt mit weniger Luft erzeugt werden können. Sie sind deshalb für Jugendliche besonders gut geeignet.
Hannah Grothe, Samira Melle, Zoe Nastasi, Paula Rambau, Helena Lado Riediger und Clara Timphus, junge Damen zwischen 13 und 19 Jahren, spielten mit Schwung, absoluter Präzision und Begeisterung, die schon nach dem ersten Werk die Zuhörer erfasste und den Beifall von Mal zu Mal auf das Herzlichste steigerte. Im Laufe des Abends wurde bekannt, dass die Mädchen einige Tage zuvor mit höchstmöglicher Punktzahl den Landeswettbewerb Brandenburg „Jugend musiziert“ in der Kategorie „Alte Musik“ gewonnen hatten. Damit ist die Teilnahme am internationalen Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ zu Pfingsten in Halle gesichert.

Die gläserne Pfeife
Als Überleitung zum zweiten Teil wurde ein im wahrsten Sinne des Wortes „Highlight“ enthüllt: eine mit hunderten Lämpchen funkelnde gläserne Orgelpfeife, die dem Abend zusätzlich Licht und Glanz verlieh. Robert Dietrich und Freunde haben das Kunstwerk gebaut, versehen mit einer roten Bandmarkierung zum Stand der bereits eingegangenen Spenden für den Neubau der Carl August Buchholz-Orgel. Die Überraschung war gelungen, ein weiterer Glanzpunkt gesetzt. Eine eindrucksvolle Vorstellung der geplanten neuen Buchholz-Orgel

Im zweiten Teil des Abends dann: der Vortrag des Orgelbauers Kristian Wegscheider aus Dresden. Auf die spannendste und lustigste Weise erfuhren wir von den Grundlagen des Orgelbaus. Wir erfuhren die Unterschiede von Holz- und Metallpfeifen, von Zungen- und Lippen-pfeifen – letztere haben bei den Franzosen schmale Münder und in Deutschland breite Mäuler.
Oder dass die Breite der Pfeifen das Klangvolumen bestimmt, ihre Länge aber ihre Tonhöhe. Und dass das Manual mit den Händen und das Pedal mit den Füßen bedient wird.

Die „Stimmung“ der Orgel hat nichts zu tun mit Gefühlslagen des Kirchenmusikers, sondern nur mit der Stimmtonhöhe, die seit 1939 bei 445 Hz festgelegt wurde.
Der Abend verging wie im Flug. Zu der Einrichtung der Windanlage einer Orgel reichte die Zeit nicht mehr. Kommen Sie bitte wieder, Herr Wegscheider und erzählen Sie uns mehr zum Wunderwerk einer Orgel!
Ein besonderer Abend mit liebevoll gereichtem Wein und Knabberzeug setzte sich noch fort mit anregenden Gesprächen. So war der Flöten für Pfeifen-Vortragsabend in der Kirche Alt-Pankow sehr rund, ein wenig feucht und sehr fröhlich. Prof. Dr. Christian Zippel und Dr. Susanne Reinecke